Obersteirische Volksbühne


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Presse

Volksbühne St. Michael: "Pension Schaller"

Bewährtes & Neues in glänzender Premiere

09. Nov 2009/08:51/ Abgelegt in:Kultur

Können Sie sich vorstellen, was Sauerkraut im Tee zu suchen hat oder ein Knall-Trauma ist? Nein? Dann müssen Sie die neueste Inszenierung der Obersteirischen Volksbühne St. Michael besuchen - dann werden Sie bemerken, dass diese Fragen nur kleine Blitzlichter des köstlichen Schwankes "Pension Schaller" sind. Selten - oder vielleicht noch nie - war in den vielen Jahren des Wirkens dieser Laienbühne ein derart großer Publikumsandrang und so stürmischer Schlussbeifall zu einer Premiere zu verzeichnen gewesen.
Dabei musste man erst abwarten, wie sich unter der neuen Regie von Andrea Hoffelner die zum größten Teil bewährte "Darsteller- Mannschaft" entfalten wird. Aber auch das gelang bestens - wohl nicht zuletzt, weil die "Jung- Regisseurin" in der Vergangenheit selbst in vielen Stücken mitgewirkt hat. Vorweggenommen sei auch das sehr gelungene Bühnenbild (Ebner/Kapfer/Gneißl) und die Kostüme, zu denen sich noch die Arbeit von Sonja Jungwirth (Frisuren und Masken) und Renate Berger (Soffleuse) harmonisch einfügte.

Ein so pointenreiches Stück, das zwar etwas schwierig beginnt, derart in Schwung zusetzen, bedarf vieler Bühnenerfahrung, Feingefühl die Raumaufteilung und richtig gesetzter Pausen. Die Steigerung der Heiterkeitserfolge waren wohl der beste Beweis, dass alles fein abgestimmt war. "I bin die Schwesta von mein Bruada" - origineller hätte Christine Weninger den Einstieg in ihrer Rolle nicht gestalten können. Und dieser ihr Bruder wurde für Toni Steger (Landwirt & Rentier-auf der Suche zur Führung einer Privatklinik) ebenso zur Paraderolle.

Aber auch die anderen DarstellerInnen wussten ihre Personen glänzend durch zu gestalten. Nicht zu überbieten Wolfgang Ringel in der sprachschwierigen Rolle des Neffen der Pensionsbesitzerin Schaller - seine "Ausflüge" ins Schauspielfach waren mit dem "N"anstatt des Buchstaben"L" unter Verwendung von "Honunder - saft" einfach "knassisch". Dazu das umwerfende Duo Renate Eber (Heimat - Autorin) und Renate Tschurnig (Pensionsbesitzerin) ebenso als Erfolgsgarantie wie Gottfried Kapfer als grantiger, pensionierter Oberst! Der abgerundete Gesamteindruck wurde von Horst Ljubeko (Abenteurer mit "Aufschnitt") sowie Irene Köck als Töchterchen der Besitzerin und Uli Pauscher (ihr umständlicher Geliebter) perfekt abgerundet. Man sollte sich die "Tante Pauna" an den beiden restlichen Wochenenden nicht entgehen lassen!

=kk= Foto: Klara Kraus


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